On Stage & Backstage

Shownotes

Was sehen wir, wenn wir uns ein Musical ansehen? Lichter, Musik, Kostüme, Bewegungen und perfekt sitzende Texte. Aber wie weit schauen und denken wir hinter diesen Moment?

Heute lernen wir Michael kennen und blicken mit ihm hinter die Kulissen des Musicallebens: Von seiner ersten Erfahrung mit dem Spielen über seine Ausbildung, Auditions und den großen Bühnen. Bis hin zu den Unsicherheiten, dem Druck und der Frage was passiert, wenn gerade nicht die nächste Rolle wartet.

Eine Geschichte über Leidenschaft, Mut, Selbstvertrauen und darüber wie viel Arbeit hinter dem steckt, was für uns manchmal einfach nach Talent aussieht.

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00:00:08: Hi, ich bin Helene und ich freue mich, dass du wieder eingeschaltet hast.

00:00:12: Ich erwische mich selbst immer wieder bei einem Gedanken – die Person hat richtig Talent oder ist genau dafür gemacht!

00:00:19: Aber ist sie das wirklich?

00:00:21: Oder steckt er hinter in den meisten Fällen jahrelange harte Arbeit?

00:00:25: Kein Aufgeben, andere Sachen hinten anstellen, Mut, Disziplin & Leidenschaft.

00:00:31: Wir sehen unser Gegenüber im Jetzt.

00:00:33: wir sehen was die Person kann und hat und ich glaube, wir meinen es nicht böser oder abwertend wenn wir jemandem sagen du hast Talent.

00:00:42: Und klar gibt das talentierte Menschen.

00:00:44: aber ich glaube auch dass in den meisten Fällen Talent alleine nicht ausreicht.

00:00:48: jeder von uns wird eine Person haben zu der man aufschaut und jede dieser Personen wird an sich und ihren Können gearbeitet haben.

00:00:57: Auf den ersten Blick sehen wir die Bühne Lichter Musik Kostümer Bewegungen und perfekt sitzender Texte.

00:01:04: Vielleicht denken wir daran, dass hinter einer Musical-Vorstellung wochenlange Proben stecken.

00:01:09: Aber wie weit nach hinten denken wir?

00:01:11: Denken wir an die Ausbildung, an die Stunden in Tanzzählen und Gesangsunterricht, an Auditionen, Absagen, Zweifel und Druck!

00:01:20: Ich für meinen Teil nicht – deshalb freue ich mich umso mehr, dir heute die Geschichte von Michael erzählen zu dürfen.

00:01:27: Hol dir einen Tee oder Kaffee und machst dir gemütlich.

00:01:29: Ich wünsche dir viel Spaß beim folgenden Kapitel.

00:01:36: Michael ist sechs Jahre alt und in der ersten Klasse Volksschule.

00:01:40: Seine Klasse bereitet für Schuländer das Theaterstück, die kleine Raupe Nimmersat vor.

00:01:45: Michael bekam die Hauptrolle und lernte gewissenhaft sein Text.

00:01:49: Es machte ihm richtig viel Spaß!

00:01:51: Wenn er heute Videos von seinem ersten Auftritt sieht, sieht er ein Funkeln in seinen Augen.

00:01:57: Dieses Theaterstuck war eines seiner einschneidendsten Erlebnisse so einschneiden, dass er bis heute noch den Text vom Ende des Stückes kann.

00:02:07: Oh Gott!

00:02:07: Er sei da kinderliert.

00:02:11: und nun bin ich ein Schmetterling, oh oh wie schön.

00:02:15: Ein wunderschöner Schmetterming, oh owie schön.

00:02:19: Dieses Klassenprojekt um.

00:02:21: die Freude, die ihr dabei empfand ließen seinen weiteren Weg erahnen.

00:02:25: Michael ist mit seinen Zwillingsbruder und der sieben Jahre älteren Schwester im Bezirk Oberwart in Wurgengland aufgewachsen.

00:02:33: Seine Kindheit hat sein Zwillungsbruder sehr geprägt, jeder, der einen Zwilling hat wird verstehen wie besonders die Verbindung sein kann – dem musikalischen Teil in ihm hat er früh entdeckt!

00:02:45: Ich glaube, es war schon das Singen und das Tanzen.

00:02:47: Ihr habt relativ früh gewusst dass ich in diese Richtung gehen will.

00:02:52: Die Mama hat einmal gesagt wenn ich durch die Wohnung getenzelt bin oder gesungen habe sie hat mich immer machen lassen und sie hat immer gesagt na unser Michael wieder mal ein Schauspieler Und Schauspieler hat mir irgendwie dann nicht gereicht.

00:03:07: Ich habe Querflöte acht Jahre lang gespielt, ich hab Klavier gespürt und Gesangsunterrichtnahmen als relativ früher angefahren... Also früher für manche vielleicht spät, also um die zehn herum, acht, neun, zehn Jahr.

00:03:23: Da hab' ich schon relativ vor gewusst wo ich hin will und das ist schon was, was mich sehr geprägt hat.

00:03:32: Als Kleinkind wollte Michael immer Kindergartenpädagoge werden.

00:03:36: Er hatte die tollsten Pädagoginnern, die ihn so geprägt haben, dass er das Gleiche machen wollte – mit zehn kristallisierte sich aber immer mehr heraus, dass es die Bühne ist, die ihm anzog.

00:03:48: Sein Weg führte ihn deshalb weiter zum Musikgynasium, wo er in der Oberstufe den Schwerpunkt Musik wählte.

00:03:55: Er hat bis maximal dreizehn Uhr normalen Unterricht und die Stunden am Nachmittag waren für die Instrumente und den Gesang reserviert.

00:04:03: In den Sommern seiner Jugend hat Michael in Amateur Theatergruppen gespielt, nach der Produktion Footloose, wurde Michael gefragt ob er im kommenden Jahr nicht Edgar Alemphon spielen möchte.

00:04:16: Aus heutiger Sicht empfindet er seine Zusage als echt furchtlos – wenn ihm heute diese Rolle noch mal jemand anbieten würde, würde er dankend ablehnen!

00:04:26: In diesem Stück wird die dramatische Lebensgeschichte von Edgar Elmphorn erzählt, ein US-amerikanischer Schauerautor der im neunzehnten Jahrhundert lebte.

00:04:36: Edgars literarische Rivalekris Wold wollte nach Edgers Tod sein Lebenswerk zerstören und suchte in seiner Vergangenheit Der frühe Verlust seiner Mutter, der Tod seiner jungen Frau, die Alkoholsucht und die Ängste von Edgar Ellenpohn durfte Michael mit siebzen darstellen.

00:04:53: Die Rolle wird als psychologisch düster, melancholisch und komplex beschrieben.

00:04:58: Aber auch gesanglich sind das keine einfachen

00:05:01: Stücke.".

00:05:02: Michael war siebzehn Jahre und zog sich gerade sein Kostüm an.

00:05:06: Auf dem Regal neben ihm lag sein Textbuch mit unterstrichenden Passagen.

00:05:10: Er griff zittern nach dem Papieren.

00:05:12: Seine Hände wurden kalt und schwitzrig – er kannte diese körperliche Reaktion von ihnen noch nicht!

00:05:18: Er probierte tief durch zu atmen und ja es macht etwas mit dem Körper, aber ehrlich gesagt hat das ihm in dem Moment nicht richtig geholfen.

00:05:27: Heute weiß er wenn das passiert ist er wirklich aufgeregt.

00:05:32: Bei ihm legt er sich mitten Jahren das Lampenfieber immer mehr.

00:05:35: Es gibt KollegInnen bei denen es mitten jahren schlimmer wurde weil der Druck auch immer höher wurde.

00:05:41: Bei Michael zwar auch aber genauso wurde sein können und selbst vertrauen besser und größer.

00:05:47: Wenn er heute vor einem Auftritt aufgeregt ist, hilft es ihm in die Gesichter seiner KollegInnen zu blicken.

00:05:53: Zu wissen dass sie für ihn da sind und sie Gemeinsamte draußen sind, hilft ihnen!

00:05:58: Wenn jemand ein Text hänge hat oder kurz nicht weiter weiß, helfen Sie sich untereinander – oft so das es das Publikum gar nicht mitbekommt.

00:06:06: Michaels größtes Learning von Edgar Allen Pwn war, dass er sich mehr zutrauen darf.

00:06:11: Ja, er war irgendwo furchtlos und hat es einfach gemacht?

00:06:15: Aber er hat sich zugleich nicht zugetraut, eine tragende Rolle zu spielen.

00:06:20: Zwei Jahre vor der Matura begann Michael wieder mit den Tanzen – als Kind hat er jahrelang Chess getanzt.

00:06:26: Mit jedem Jahr in dem er älter wurde wurden die Blicke mehr.

00:06:30: Ein Junge, der tanzt?

00:06:32: Am Land war es damals noch ungewöhnlicher, als es heute ist!

00:06:35: Eine Zeit lang ging sein Bruder mit ihm zum Tanzen.

00:06:38: Das Michael nicht der einzige Bursch war, aber in der ganzen Oberwater-Ballettschule waren sie die einzigen Burschen!

00:06:45: Und ja ich habe mich nicht wirklich geschämt dafür weil es war schon immer so man ist immer wieder darauf angreet worden neiseitig sind zwei Bursche und dann hat sich das irgendwie in der Pubertät aufgehört.

00:06:56: und zwei Jahre vor der Matura habe ich das dann wieder aufgegriffen im anderen Tanzverein die Susanne Rietz, die gesagt hat hey wenn die Musical interessiert.

00:07:10: ich habe da ein paar Connections oder zumindest Unterricht immer wieder an einer Musical Academy in Wien.

00:07:16: Die Lehrerin stellte den Kontakt zwischen Michael und Norbert her.

00:07:20: Norbert war an der Schule Schauspiellehrer.

00:07:23: das Jahr vor der Aufnahmeprüfung lang fuhr er nach Wien und übte Monologe mit Norbert.

00:07:28: Michel hatte Tanz- und Gesangsunterricht indem er auch gut Aber das Schauspielen fehlte ihn zu diesem Zeitpunkt ganz.

00:07:35: Norbert hat Michael quasi an die Hand genommen und ihn auf die Aufnahmeprüfung vorbereitet.

00:07:41: Bei der Aufnahmeprüfung fürs Musical muss man alle drei Spaten vortragen, Gesang, Tanz- und Schauspiel.

00:07:48: Beim Gesang bereitest du zwei bis drei Lieder vor – da stellte für ihn kein Problem dar!

00:07:53: Beim Tanzen war ein Teil auch das Ballett.

00:07:56: Michael hatte zu diesem Zeitpunkt noch kein Ballett getanzt und stand beim ersten Mal hilflos im Raum.

00:08:02: Es wurden die Begriffe genannt, und alle um ihn herum befolgten sie – außer Michael, der am Anfang nichts damit anfangen konnte!

00:08:09: Während der Ausbildung wuchs er aber schnell rein und konnte halbwegs mit den anderen mithalten.

00:08:15: Und beim Schauspiel sind meist zwei Monologer gefragt.

00:08:18: Diese kannte er vorab und konnte sich gut darauf vorbereiten auch mit der Hilfe, die er von Norbert uns seine Tanzlehren bekommen hat.

00:08:27: Nach seiner bestandenen Matura stand die nächste Prüfung an, wie Aufnahmeprüfung der Performing Academy in Wien.

00:08:34: Er wurde angenommen und lernte dort drei Jahre lang das Handwerk um die Bühne zu füllen.

00:08:40: Diese Zeit war für ihn – auch seine Mitschüler erinnern – sehr stressig und intensiv.

00:08:45: Sie lebten quasi in der Schule.

00:08:47: Vom Montag bis Samstag hatten sie regulär den ganzen Tag Unterricht.

00:08:51: In Michels ersten Jahr hatte die Wiener Stadthalle mit Disney und ihrer Schule eine Kooperation.

00:08:57: Sie spielten allerdings alles im Wunderland, deshalb hatten sie parallel zum regulären Unterricht auch die Proben für diese Vorstellung.

00:09:05: Wegen des Streffen-Zeitplans fielen diese oft auf einen Sonntag.

00:09:09: Es war extrem intensiv!

00:09:11: Wir haben alle wahnsinnig viel gelernt, wir haben viel gerocht, wir waren körperlich am Ende... Aber blickend betrachtet war schon eine ganz coole Zeit und ich habe extrem viel Handwerk mitgekriegt, aber ich habe auch extrem viel fürs Leben gelernt.

00:09:30: Zu seinen Learnings gehört natürlich das Erlernen des Berufs der Darsteller.

00:09:35: Michael hat viel Technik gelernt und wurde mit einem vollen Werkzeughoffer in die Welt des Musicals geschickt – aber auch zum Thema Kranksein- und Krankmelden hat er viel gelernt!

00:09:46: In seiner Schul- beziehungsweise Ausbildungszeit hat er sich und auch die anderen nicht getraut, sich krank zu melden.

00:09:53: Jede Arbeitgeberin und Arbeitgebe freut sich wenn seine Mitarbeiter immer gesund sind – aber bei Musical & Theater ist es noch mal schwieriger.

00:10:02: Er und seine Mitschülerinnen haben sich dieses Mindset aus der Ausbildung mitgenommen.

00:10:08: Aber es ist generell ein Thema das ich durch die Branche zieht und worauf wir später nochmal genauer zu sprechen kommen!

00:10:16: Michael hatte das Mindset, zu wenig zu fehlen wie es geht und sich lieber durchzukämpfen als abzusagen.

00:10:22: Aber er lernte auch mit den Jahren, dass es wichtig ist, sich pausen zu nehmen – und dass niemandem dabei geholfen ist wenn er krank zur Vorstellung entkommt!

00:10:31: Trotz der harten und intensiven Zeit dachte er nie daran aufzugeben.

00:10:35: Ein Grund waren die Ausbildungskosten, die bezahlt waren und irgendwann abgezahlt werden mussten.

00:10:40: Der größte Teil war aber seine Leidenschaft.

00:10:44: Er kam oft an seine Grenzen Aber der Drang zur Bühne war immer größer.

00:10:49: Ich glaub, dass man sich nicht so viel scheißen soll im Leben.

00:10:53: Einfach mal machen und schauen was passiert.

00:10:58: Gerade bei darstellender Kunst, was so ist so großartig passieren dann versinkst die Mal oder verdanzt die halt einmal... Und ich hab das auch versucht dann aufs Leben umzumünzen.

00:11:08: immer natürlich solange niemand anderen verletzt oder in die Privatsphäre vor andern Leuten eindringt.

00:11:14: einfach mal machen und schauen, was passiert.

00:11:18: Michael war der Erste in seiner Familie, der in der darstellenden Kunst arbeitet.

00:11:23: Wie bei vielen hat man es leichter wenn die Eltern oder Verwandte schon in der Branche tätig sind Alleine schon deshalb weil man als Kind unterbewusst mitbekommt wie alles abläuft.

00:11:33: Für Michael war am Anfang die größte Hürde sich zurechtzufinden.

00:11:37: Wie und wo fange ich an?

00:11:39: Sein Tant schauspielt drei Spaten, von denen er nur zwei kannte und bei einer auch nur den Chess-Tanzbereich.

00:11:46: Mit der Zeit durchprobieren und Weitermachen fand er seinen Weg.

00:11:50: Seine Schule hat mit einer Agentur kooperiert.

00:11:53: Somit war Michael während und fünf Jahre lang nach seiner Ausbildung dort unter Vertrag.

00:11:59: Im ersten Sommer seine Ausbildung spielte er in Langerlois bei der Operette Wiener Blutmit.

00:12:04: In den zweiter auf folgenden Jahren spielten er auf der Felsenbühne Staats.

00:12:10: Ich weiß nicht, wie viele Berührungspunkte du bereits mit Musical und Theater hast.

00:12:15: Ich kannte nur die Sicht von Besuchern, die vielleicht zweimal im Jahr bei einer Vorstellung waren.

00:12:21: Wie bekommt man eine Rolle?

00:12:22: Wie viel merken die Darsteller von uns im Publikum?

00:12:25: Wie schauen die Wochen ohne eine Rolle aus und wie kompatibel ist das Leben als Darsteler mit unseren?

00:12:31: Lasst uns gemeinsam mehr in der Welt des Tanzen-, Gesangs- und Schauspiel eintauchen!

00:12:37: Michael sitzt mit seinem Laptop auf der Couch und geht gerade die Ausschreibungen der verschiedenen Theaterhäuser durch.

00:12:43: Als erstes liest er den Titel vom Stück, um das es sich handelt – wer Regie führt und wer Choreografie macht.

00:12:50: Unten werden alle Rollen mit Namen Spielalter-Spielumfang und eine kurze Charakterbeschreibung angeführt.

00:12:56: Michael sucht sich ein bis drei Rollen aus, die zu ihm passen würden und bewerbt sich dafür!

00:13:02: Anhand seines Lebenslaufs und den Bildern wird entschieden, ob er zum Vorsprechen eingeladen wird.

00:13:08: Wenn Michael eingeladen wurde ist der für die Anfahrts- und Übernachtungskosten selbst verantwortlich.

00:13:13: Er erinnert sich noch an ein Vorsprechen in Hamburg.

00:13:17: Frisch aus der Ausbildung und voller Energie kam er an.

00:13:20: Es wurden zehnmännliche Darsteller gesucht Aber als Michel dem Vorbereitungsraum betrat standen da bereits zweihundert Männer, die sich aufwärmten.

00:13:29: Heute macht er solche großen Massenautischen kaum mehr.

00:13:33: Für Michael und die meisten Darstellerinnern ist das keine wirklich angenehme Situation.

00:13:40: Du bist dort in einem Raum mit tausend anderen, alle dänen sich im Spagat und singen die höchsten Töne und es ist immer so Smalltalk weil alle natürlich nervös sein, für den gleichen Rollen, für einen gleichen Job... Da ist es irgendwo konkurrenz, aber man will trotzdem irgendwie freundlich miteinander sein.

00:14:04: Es ist sehr viel Spannung in dem Raum und dann wirst du halt einige Leute.

00:14:07: dann hörst du manchmal im Vorraum des was grad drinnen gesungen wird, dann bist du da vielleicht auch wieder ein bisschen eingeschüchtert weil die gerade ein hohes Schiss gebeltet hat von dir und du das halt nicht

00:14:19: kannst.".

00:14:21: Die meisten DarstellerInnen haben ihre autischen Songs, die sie immer wieder vortragen.

00:14:25: In anderen Fällen bekommt man vorab Songstellen und Textstellen.

00:14:29: Und auch wie das Vorstellen abläuft, ist nicht immer gleich – oft gibt es mehrere Runden.

00:14:35: In der ersten geht es zum Beispiel nur um den Gesang.

00:14:38: Nur wenn du dort überzeugst, darfst du vortanzen!

00:14:41: Ein paar Tage nach der Audition folgt in Form eines Anrufes oder einer E-Mail das Angebot eine Rolle zu besetzen.

00:14:48: Im gleichen Zug folgt auch schon das Material.

00:14:51: Es kommt ganz auf die Situation an, wie genau sich Michael das Drehbuch vorab anschaut.

00:14:56: Bei großen oder Disney-Produktionen läuft in den meisten Fällen alles genau nach Drehbuch ab – bei anderen oder kleineren Produktionen kann es sein, dass sich im Probenprozess noch viel ändert.

00:15:08: Nach ein paar Jahren in der Branche weißt du aber schon, wie welcher Regisseur und wie welches Theater arbeitet!

00:15:15: Die Frage, die Darstellerinnen am häufigsten gefragt werden ist Wie kannst du dir den ganzen Text merken?

00:15:22: Michael vergleicht es mit Gedichten oder Texte, die jeder in der Schule einmal auswendig lernen musste.

00:15:28: Er arbeitet sich von Absatz zu Absatz durch.

00:15:31: Bei Musical kommt zum Text auch passende Bewegungen dazu.

00:15:35: Für Michael sind oft bestimmte Bewegungen und Handschritte mit Textstellen verbunden – unter Key ist wahrscheinlich das Wiederholen!

00:15:42: Wenn er sechs Wochen lang immer wieder die gleiche Stelle durspielt, dann geht das ins Muskel- und Langzeitgedächtnis über.

00:15:49: Auch wenn ein paar Monate lang ein Stück nicht gespielt wird, benötigt es oft nur eine Probe bis jeder den Text und alle Bewegungen wieder kann.

00:15:58: Oft ist es dann schwerer Sachen zu ändern und umzulernen.

00:16:02: Nach ein paar Wochen sehr intensiven Proben ist das soweit!

00:16:05: Die Primäre steht an – für Michael und alle Beteiligten ist es einen ganz besonderen Moment.

00:16:11: Wird alles so klappen wie in dem Proben?

00:16:13: Wird das Publikum an den richtigen Stellen reagieren wo sie erst erwarten?

00:16:17: Wie wird der Stück

00:16:18: ankommen?!

00:16:19: Aber das ist nicht das Einzige.

00:16:21: Für jede Primäre warten kleine Primärengeschenke auf den Plätzen des gesamten Assembles.

00:16:27: Die Darstellerinnen bringen sich gegenseitig eine Kleinigkeit mit, um die letzten Wochen zu würdigen und zu feiern!

00:16:33: Ich glaube, die meisten von uns können sich nicht vorstellen wie so eine Probenzeit aussieht.

00:16:38: Laut Michael entsteht dabei ein kleiner Mikrokosmos – es gibt Insider, manchmal Liebesgeschichten und viele Emotionen.

00:16:45: Es ist eine extrem intensive Zeit, in der viel gearbeitet und geprobt wird.

00:16:51: Man durchlebt Höhen- und Tiefen gemeinsam, die extrem zusammenschweißen.

00:16:55: Die Primäre ist der Beweis, dass man es geschafft hat – und endlich auch die Reaktion vom Publikum bekommt!

00:17:01: Michael freut sich immer wenn Verwandte und Freunde ihn zuschauen ….

00:17:05: aber bei der Primäre verunsichert er's ihnen auch etwas.

00:17:08: Er weiß doch selbst noch nicht wie das Stück ankommen wird… Wie die Reakzionen sein werden?

00:17:13: Und an welchen Stellen das Publikums

00:17:15: lacht?!

00:17:16: Außerdem gibt es nach den meisten Premieren eine kleine Afterparty für alle, die daran beteiligt waren.

00:17:21: Dort dann Familie oder Freunde, die die KollegInnen nicht kennen.

00:17:25: mitzunehmen ist für alle Anwesenden nicht leicht.

00:17:29: An allen anderen Vorstellungen freut sich Michael zu wissen jemanden im Publikum zu kennen – auch wenn das nur das Wissen darum ist!

00:17:36: Denn oft zieht Michael die Zuschauer denn nicht….

00:17:39: In großen Theatern, vor allem jene die Orchestergraben haben sieht man von der Bühne aus vielleicht noch die erste Reihe.

00:17:45: Meist sind es aber nur Silhouetten, die Michael während dem Spielen wahrnimmt.

00:17:50: Anders ist das bei Outdoor-Sommertheatern – dort kann Michael wenn er will jedes Gesicht erkennen!

00:17:56: Das ist auch oft verunsichert.

00:17:58: Meiste der Gesichtsausdruck gelangweilt oder müde aus, auch wenn die Person eigentlich zuhört und voll dabei ist….

00:18:05: Für ihn hat das Mimik sehen oder auch nicht sehen seine positiven und auch negativ Seiten.

00:18:11: Aber vor allem bei Comedy-Stücken schaukelt sich die Dynamik noch mal höher, wenn man es sich gegenseitig sieht!

00:18:17: Wie ein Dienstvertrag aussehen kann kommt ganz auf das Theater und die Produktion an.

00:18:22: Bei manchen bist du von der ersten Probe bis zum letzten Auftritt angestellt.

00:18:27: Ein anderes Mal bist Du nur an den Tagen, an denen Du auch Vorstellungen hast angestellt.

00:18:32: Ich habe auch durch den Beruf einen komplett anderen Zugang zum AMS und zu Arbeitslosengeld gekriegt.

00:18:39: Weil gerade am Land, ich hab schon mitgekriegt okay wenn man wie so ein Gestempeln geht dann ist das ja so bisschen verböhnend und es ist mir quasi sozialisch mal rotzern und lasse sich vor den Steuern irgendwie mitfinanzieren.

00:18:57: Das legst du als Darsteller in relativ schnell ab weil Es geht nicht anders.

00:19:03: Du musst die Zwischenjobs einfach arbeitslos melden, weil sollten dass du zwar Engagements hintereinander hast, wenn sie zu sehr überlappen dann muss die für eins oder fürs andere entscheiden, denn lasst dir das nicht koordinieren zwischen den

00:19:18: Theatern.".

00:19:20: Mit dem Beruf geht ein gewisser Druck und auch Unsicherheiten einher.

00:19:24: Michael weiß oft nicht wie lange er kein Engagement hat.

00:19:27: Wenn er wissen würde, okay in zwei Monaten kommt fix das nächste dann könnte er die beiden Monate auch genießen.

00:19:34: Aber das Wissen wann das nächste kommt hat man nicht!

00:19:37: Michael probiert trotzdem sich davon nichts stressen zu lassen.

00:19:40: Das ist auch durch sein zweites Standbein möglich.

00:19:43: Und gerade ist er auch in der glücklichen Lage drei Produktion an der Volksoper Wien zu spielen.

00:19:49: Da es der gleiche Arbeitgeber ist organisiert sich das zeitliche von alleine Im Stadttheater Klagenfurt, im Museumsquartier in Wien und auf den verschiedensten Sommerbühnen gespielt.

00:20:03: In den Produktionen hat er viele Rollen belegt – aber am liebsten mag er es wenn das Zwing sein darf!

00:20:08: Im Musical- und Theater ist Zwing eine Darstellerin oder ein Darsteler der oder die flexibel für fast alle Rollen einspringen kann.

00:20:17: Michael sitzt quasi auf der Ersatzbank und deckt dabei bis zu sieben verschiedene Rollen ab.

00:20:22: Er hat seine Tracksheets für jede Rolle, für die ihr einspring könntet.

00:20:26: daheim In den Schieds stehen die Texte und auch die Positionen, wo und wann er auf der Bühne stehen muss.

00:20:33: Oftmals kam erst um vierzehn Uhr der Anruf, dass er einspringen muss.

00:20:37: Während des Anrufe steht Michael schon auf, um das jeweilige Tracksheet zu holen, um dann in die nächsten fünf Stunden das Stück immer wieder durchzugehen.

00:20:45: Im Privaten ist Michael eine sehr organisierte Person – aber ihm gefällt der Nervenkitzel nicht zu wissen welche Rolle er am Abend spielen wird!

00:20:56: Die Zeit der Proben, die Zeit der Auftritte, die Gemeinschaft und die Arbeit.

00:21:01: Wenn das sich entscheiden müsste ist aber die Premiere für ihn immer wieder das Besonderste!

00:21:06: Wie in jedem anderen Beruf gibt es genauso Schattenseiten.

00:21:09: wie bereits angesprochenen ist der Job mit vielen Unsicherheiten und vor allem Druck verbunden.

00:21:15: werde ich nochmal eine Rolle bekommen?

00:21:17: bin ich gut genug dann bekomme ich die nächste Rolle um.

00:21:20: was passiert in der Zwischenzeit?

00:21:23: Und ein Riesend Ding ist natürlich A. Wenn man noch, sagen wir fünf Jahre, dann denkt sie, okay ich halte den Beruf einfach nicht mehr aus.

00:21:35: Ich halt diesen Druck nicht mehr raus ständig irgendwo zum Vorsingen gehen zu müssen und nicht zu wissen kriege die Rolle oder krieg es nicht.

00:21:43: Dass man dann irgendwann sagt ok, ich weiß nicht, ich werde Volksschullehrer oder ich fange nochmal zum Studieren an Und da ist auch in unserer Musicaltheatergesellschaft das so ein bisschen verankert, dass man es dann nicht geschafft hat.

00:22:00: Und dass man dann quasi diesen Traum aufgeben muss, obwohl er schon ein bisschen Fuß gefasst hat... Und das ist ein extremen Stickmer, weil ich hoffe dass wir es in den nächsten Jahren abbauen können.

00:22:13: Weil wenn du Musical-KollegInnen zum Beispiel auf der Strasse triffst zufällig oder bei Notischen Es ist immer die Frage und was spürst Du gerade?

00:22:22: Oder was spüßt Du als nächstes?

00:22:24: Und das finde ich irgendwo total toxisches Verhalten Was wir echt anfangen müssen aufzuhören.

00:22:32: Wenn Michael jemand fragt, was er gerade spielt weil es ihn interessiert versucht er dem gegenüber ein sicheres Gefühl zu vermitteln.

00:22:39: Er selbst hat sich in den letzten Jahren etwas aus dem Musical und vor allem von den Auditions zurückgezogen.

00:22:45: Ich kann ganz offen und ehrlich sagen, dass ich alle Folge-Engagements an der Volksoppa aufgrund von dem ersten Job gekriegt habe.

00:22:52: Also ich hab nicht nochmal extra vorsingen müssen für Wasted.

00:22:56: Sorry, lasst uns die Welt vergessen!

00:22:58: Sondern wurde einfach angefragt und ihr habt schon ewige Vorsingen mehr gemacht weil wie gesagt in Wien sämtliche Rollenausschreibungen interessieren wir nicht.

00:23:36: Als Musical-Darsteller war Michael viel unterwegs.

00:23:39: Einmal gab es sogar eine Tour durch ganz Deutschland.

00:23:42: Ansonsten war er oft für Produktionen in anderen Bundesländern und auch seine Arbeitszeiten sind ungewöhnlich.

00:23:48: Diese Punkte machen das Leben als Darsteller schwer kompatibel mit Freunde und Bekannte, die einen normalen Beruf ausüben.

00:23:57: Oft haben Darstellern innern viele Freunde aus der Branche – mittlerweile schätzt Michael seine Kontakte außerhalb immer mehr!

00:24:04: weil sie ihn oft aus der Babel rausbringen können und mit Abstand alles nur mehr halb so schlimm ist.

00:24:09: Als Kind faszinierte er, dass er in andere Rollen schlüpfen kann.

00:24:13: Aber genauso liebt er das Singen und Tanzen!

00:24:15: Um Musical verbindet alle drei Spaten – diese Aspekte halten ihm bis heute an der Branche fest… auch wenn sie ihren Klanz über die Jahre etwas verloren

00:24:24: hat.".

00:24:30: Und du kommst schon immer mehr drauf und das ist jetzt sehr real, glaube ich.

00:24:39: Das in Österreich Theater und gerade Musical halt ganz bestimmt läuft.

00:24:46: Es werden so oft die gleichen Leute besetzt und ja sie sind gut teilweise aber auch nicht alle.

00:24:52: und dann fragts die Show immer wieder okay warum jetzt die Person?

00:24:56: Warum nicht ihr?

00:24:58: Und wenn du dann zu Castings gehst und vor vornherein eh schon warst, wer quasi die Rolle kriegt.

00:25:04: Dann ist das ja ein bisschen desillusionierend.

00:25:09: Was mich daran halt ist weil es wie gesagt immer meine Leidenschaft war und es nie wirklich einen Plan B gegeben hat für mich.

00:25:20: Für mich war klar und wird auch immer klar sein dass ich in irgendeiner Form immer auf einer Bühne stehen werde.

00:25:27: Seinem jüngeren Ich würde er trotzdem sagen, bleibt dran.

00:25:30: Geht einen Weg und lass dich nicht von Kommentaren wie das macht man als Pub nicht oder du bist so feminin

00:25:36: abbringern.".

00:25:38: Für Michael war unser Gespräch eine Rückblende auf sein bisheriges Leben.

00:25:42: Er denkt eigentlich sehr selten an die Musical-Ausbildung und dann frühere Produktionen zurück Auch weil er probiert ihm hier und jetzt zu leben Und die Vergangenheit vergangenheit zu lassen.

00:25:52: Allerdings war es für ihn schön, wieder mal sein Leben durchzugehen und zu sehen was er schon erreicht hat.

00:25:59: Ich war in meiner Kindheit ein paar Mal im Musicals- und Theatervorstellungen aber die erste richtige Erfahrung war in unserem Irland Urlaub.

00:26:09: Die letzten Tage verbrachten wir in Dublin und ich weiß noch wie meine Eltern mich gefragt haben ob ich das Musical River Dance interessieren würde.

00:26:17: Im ehrlich zu sein war ich anfangs nicht so begeistert!

00:26:20: Erst als wir uns angezogen und losgegangen sind, kam Vorfreude auf.

00:26:24: Und nach der Vorstellung wurde uns bewusst wie besonders diese war!

00:26:29: Es war die Heimkehr einer mehrjährigen Welttournee, die auf allen Kontinenten haltmachte.

00:26:34: Weltweit wurde eine Aufnahme der fünfundzwanzig-jährigen Jubiläums Tour in Kinos ausgestrahlt – und Riverdance gehört zu den erfolgreichsten und am längsten gespielten Produktionern.

00:26:45: Ich weiß noch, wie geflasht ich aus dem Saal rausging.

00:26:48: Seitdem liebe ich

00:26:49: Musicals.".

00:26:50: sei es Musicalfilme oder Musical im Theater.

00:26:54: Für mich war es ein richtig schöner Nachmittag mit Michael, einmal in die Welt dahinter blicken zu können – nicht nur die perfekte Außenwelt sondern das System, die Zweifel und die Hindernisse, die auf den Wegen der Darstellerinnen liegen können.

00:27:07: Danke an Michael dass er uns so einen ehrlichen Einblick gegeben hat!

00:27:10: Und wie vorhin angeteasert geht seine Geschichte noch weiter.

00:27:14: Heute haben wir Michael den Musical-Darsteller kennengelernt.

00:27:18: Im Kapitel sechzehn lernen wir Michael im Privaten und Redetail kennen.

00:27:22: Was ist dein Zwischenton?

00:27:24: Was ist mich hier in den Kommentaren oder auf meinen Social-Media-Kanälen wissen?

00:27:28: Dort findest du wie immer ein Kapitelpost mit Bildern um Michaels Lieblingslied!

00:27:33: Ich hoffe, dir hat das Kapitel gefallen – ich freue mich wenn Du das Kapitel mit deinen Freunden teilst, dem Podcast abonnierst und die Glocke aktivierst, um kein Kapitel mehr zu verpassen.

00:27:43: Ich wünsche Dir eine schöne Woche!

00:27:45: Achte auf Dich und Deine Mitmenschen.

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