Wer bin ich?

Shownotes

16 Wer hat eigentlich entschieden, was "normal" ist und so sein muss?

In diesem Kapitel lernen wir Ryta Tale kennen und sprechen über Sichtbarkeit, Coming-out, Drag und darüber wie viel Mut es manchmal braucht, einfach man selbst zu sein. Um das Kapitel noch besser zu verstehen empfehle ich, davor Kapitel 15 "On Stage and Backstage" anzuhören.

Eine Geschichte über Kreativität, Freiheit und die Frage, warum uns das Leben anderer Menschen überhaupt etwas ausmachen sollte.

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00:00:08: Hi, ich bin Helene und ich freue mich, dass du wieder eingeschaltet hast.

00:00:12: Im heutigen Kapitel lernen wir Rita Tale kennen.

00:00:15: Ich habe lange überlegt wie ich die Geschichte beginnen soll Und ob das letzte Kapitel zwei Teile bekommt?

00:00:21: Ich habe mich dann aber dafür entschieden, dass die Geschichte von Michael und Rita jeweils ein eigenes Kapitel bekommen.

00:00:28: Vielleicht hat jemand von euch im letzten Kapitel Onstage und Backstage ein paar Teaser gemerkt.

00:00:33: Michael steht immer weniger als Michael auf der Bühne, und hat sich über die Jahre ein zweites Standbein als Dragreen aufgebaut.

00:00:41: Aber spulen wir erstmal zurück!

00:00:43: Ich muss zugeben ich hatte in meinem Leben noch kaum Berührungspunkte mit Drag.

00:00:47: Ja...ich wusste was es ist aber einen richtigen Kontakt damit hatte ich noch nicht Bis zum Ö-III Podcast Festival, als ich von hinten kurz an der Schulter berührt wurde.

00:00:58: Als ich mich umgedreht habe stand Rita vor mir und gratulierte mir zu meinem Podcasts und dem Newcomer Award.

00:01:04: Rita war gerade dabei das Festival zu verlassen und ich war in ein anderes Gespräch verwickelt – wir haben also nicht lange geredet aber ich hatte sofort das Gefühl, ich möchte deine Geschichte erzählen!

00:01:16: Und ja so führte das eine zum anderen….

00:01:18: Ich habe etwas mit Rita geschrieben Und ein paar Monate später haben wir aufgenommen.

00:01:25: Hol dir einen Tee oder Kaffee und mach's dir gemütlich!

00:01:27: Ich wünsche dir viel Spaß beim folgenden Kapitel... Aber es hat vielleicht auch eine unterbewusste Entscheidung mitgespielt.

00:01:57: Vielleicht war's auch dieser Sommer, wo ich der Samurai turned gay.

00:02:02: Der Sommer, in dem ich schon gemerkt habe, okay, ich brauche ein bisschen Abstand von meiner Familie oder vom normalen Umfeld.

00:02:09: Als Michael elf Jahre alt war, dachte er sich öfter dass er nicht weiß, in welche Richtung seine Sexualität gehen wird.

00:02:16: Er versuchte das Thema immer wieder etwas wegzuschieben Vor allem am Land, damals in den Frühen zweitausender Jahren war es nicht die Norm.

00:02:24: Es gab niemanden, denen er sich als Vorbild nehmen konnte und von außen bekam er schon mit dass das etwas ist was nichts sein darf.

00:02:33: Hab von meiner Familie eh so passiven Rückhalt immer gespürt.

00:02:38: also gerade mein Mama zum Beispiel die war da schon sehr offen und hat glaube ich auch Mein Bruder, meine Schwester und mir auch mitgeben dass das überhaupt keine Rolle spielt wenn man liebt.

00:02:52: Trotzdem hat es genug Einflüsse ein der Schule gegeben weil ich mir gedacht habe okay das darf nicht sein und das muss sich irgendwo unterdrücken.

00:03:01: Das hat mich sicher in den Long Run zu dieser Person gemacht die ich heute

00:03:06: bin.".

00:03:08: Zu dieser Zeit war es für Michael nicht ganz einfach sich das einzugestehen Beziehungsweise er konnte es auch nicht verbalisieren.

00:03:15: Zwischen elf und fünfzehn hat er sich immer wieder in stereotypische Heteroclischees geflüchtet, Er wurde der größte Slipknot-Fan und war mit einem T-Shirt von ihnen am Nova Rock.

00:03:26: Und ja ihm hat die Musik damals schon auch irgendwo gefallen Aber rückblickend machte er damals die New Angels auch schon sehr.

00:03:36: Die Situation änderte sich im Sommer, also zu seiner Oma-Zug und bei den Proben eine offen homosexuelle Person kennenlernte.

00:03:45: Bald verbrachten die beiden auch außerhalb der Proben Zeit miteinander und lernten sich immer besser kennen.

00:03:51: Und dann habe ich irgendwann gesagt, du musst dir was sagen!

00:03:55: Ich mein er hat sie gewusst... Das rechne ich bis heute sehr, sehr hoch an.

00:04:02: Er hat mir das Neid in den Mund gelegt und ich bin wirklich eine Stunde lang am Bett dran gesessen und ich habe versucht es herauszukriegen.

00:04:12: Ich bin schwul, aber mich ist das so schwer damals gefallen und er hat wirklich ein stundlang noch gesagt... Du kannst sagen, egal was es ist.

00:04:20: Ich will's nicht

00:04:20: verurteilen.".

00:04:21: Und ich hab immer ... Ich kam mich so nervös wie in meinem ganzen Leben nie.

00:04:26: Ich hab immer eingeatmet und war kurz davor.

00:04:29: Dann hab ich mir gesagt, nein, ich kanns nicht sagen!

00:04:33: Ja... dann hab' ich's gesagt und dann haben wir uns geküsst.

00:04:36: Etwa später hat er ein ähnliches Gespräch mit seinen damaligen besten Freund.

00:04:41: Er isst Hetero und hat die Nachricht gleich gut aufgefasst.

00:04:44: Genauso wie seine Mama, die meinte Das habe er schon immer gewusst.

00:04:49: Auch wenn sie Michael darum bat, es noch nicht gleich seinen Papa zu erzählen.

00:04:53: Seine Eltern sind bis heute glücklich verheiratet aber beide waren sich nicht sicher wie er reagieren würde.

00:05:00: Sein Zwillingsbruder hat das unglücklicherweise über das Geräte in der Schule erfahren.

00:05:05: Am Abend so vor hat er sich bei seinen engsten Freunden geoutert.

00:05:09: Am Vormittag war dann das Gesprächsthema Nummer eins in der Schule.

00:05:13: Michael und sein Bruder sind im Parallelklassen gegangen, aber Gossip hält sich nicht lange nur in einer Klasse auf.

00:05:20: Anders als vielleicht vermutet war es für ihn befreiend – er konnte endlich so sein wie er war und muss eine Seite von ihm die er doch schon fünf Jahre lang unterdrückt hatte, nicht mehr verheimlichen!

00:05:33: Dieses freie Gefühl überdeckte auch das Geräder- und die Kommentare von Mitschüllerinnern.

00:05:39: Auch halferst, dass er und sein Bruder gemeinsam eher zu den Cool-Kids in der Schule gehörten.

00:05:45: Sie akzeptierten sich alle gegenseitig und hatten im Großen und Ganzen eine echt schöne Schulzeit.

00:05:51: Sein Zwillingsbruder hat es von Anfang an akzeptiert und unterstützt – genauso wie seine ältere Schwester!

00:05:57: Mein Papa habe bis zwölf Jahre nicht gesagt... Und es war tatsächlich ein Podcast, wo ich mich geoutet habe, den ich dann auf Instagram geteilt hab und der Interviewer Peter Festlacher.

00:06:09: Den Podcast gibt's leider gar nicht mehr.

00:06:11: Er hat dann zu mir nach dem Gespräch gesagt ja aber hast du nicht Angst?

00:06:14: Du hast jetzt ganz stundlang drüber geredet was die bei deinem Papa nicht geoutete hast.

00:06:18: Hast du nicht angst des Herd?

00:06:20: Weil er gesagt mein Papa ist, das war glaube ich Mitte sechzig.

00:06:25: Er hatte ein Smartphone oder seit einem Jahr ein Smart phone.

00:06:28: Er weiß nicht, was ein Podcast ist.

00:06:29: Also wohl gut und habe das damals auf Instagram geteilt und tatsächlich hat es dann über zwei Ecken quasi meinen Papa erreicht und wir haben dann quasi zwölf Jahr später nachträglich das Gespräch gehabt und haben beide extrem viel gereiert weil er hatte es natürlich zwölfe Jahr lang auch gewusst.

00:06:51: aber er war relativ enttäuscht eigentlich dass Wird es so ein bisschen geheimgehalten haben vor ihr oder halt glaubten wir, dass er das nicht checkt.

00:07:04: Aber ja, Ende gut alles Gute.

00:07:06: Seitdem ist auf jeden Fall auch die Beziehung zu meinem Papa für Inika und ich glaube, es hat sich alles so gefügt wie sein.

00:07:16: Im Nachhinein betrachtet hatte es sein Papa nicht gesagt, weil Michael dachte er wird das nicht verstehen oder schlecht aufnehmen.

00:07:23: Sondern nur weil er nicht wusste wie er reagieren würde.

00:07:28: Deshalb hat er's lieber nicht gesagt und irgendwann war auch das Gefühl da dass er den richtigen Zeitpunkt verpasst hat.

00:07:37: Riesenfehler also für alle die das vielleicht jetzt hören und diese denken okay Ich weiß nicht, zu ist so hinein.

00:07:47: At the end of day wird es irgendwie irgendwann ausserkommen und egal ob der Gegenüber, sei das jetzt Freundinnen, Familie, ob die das verstehen oder nein ... ich kann euch nur ermutigen Schauts dass ihr euer Leben so lebt wie ihr wollt's Und dann ergibt sie das Umfeld eh so wie es sein zu, gerade bei queeren Menschen ist es einfach so dass sie früher oder später eine sogenannte Chosen Family bildet.

00:08:18: Leute die die akzeptieren so wie du bist und ob das sie dann mit deiner echten Familie oder leiblichen Familie deckt oder nicht Das wird die Zeit irgendwie zahlen.

00:08:30: aber ich glaube... Und das ist jetzt sehr pauschal gesprochen.

00:08:35: Aber ich würde sagen eher du lebst dein authentisches Leben und kannst so sein, wie du bist als dass du die ganze Zeit irgendwie verstören musst.

00:08:46: Und das Versteckspiel war auch belastend.

00:08:48: Michael brachte seinen damaligen ersten Freund, seinen Darstellerkollegen und die erste Person vor der er sich geoutet hat mit nach Hause.

00:08:57: Es war ein Don't Ask, Don't Tell Spiel.

00:08:59: Sein Papa war nicht blöd und hat natürlich gecheckt, dass es nicht einfach nur ein Freund ist aber es hat auch sprichwörtlich gesagt, niemand den Elefanten im Raum angesprochen.

00:09:11: Die Jahre zwischen elf und sechzehn wären für Michael sicher anders – und vielleicht auch leichter gewesen, wenn er in Wien gelebt oder es in der heutigen Zeit erlebt hätte!

00:09:21: Es gibt heute in den Medien Büchern und Filmen viel mehr Repräsentationen.

00:09:25: In den neunzigern- und frühen zweitausender Jahren gab es Auchschung wie ihre Rollenbilder.

00:09:31: Aber ein Winnie-Touch in Shooters Money To, der von allen Seiten belächelt und nicht richtig ernst genommen wird ist auch nicht ein Vorbild das dir Mut zuspricht.

00:09:41: Für Michael ist es wichtig dass weiterhin und immer mehr Quiere Charaktere in Büchern, Filmen unter Medien auftauchen – dass Quiere Personen sichtbar bleiben sich nicht verstecken müssen und genauso existieren wie heterosexuelle Paare.

00:09:56: Und auch ich glaube, das wird in der heutigen Zeit und der wir gerade leben immer wichtiger.

00:10:01: Ich weiß nicht ob es dir in den letzten Jahren aufgefallen ist aber viele Firmen um Marken haben im Bright Month – Juni ihre Logos in Regenbogenfarben abgeändert!

00:10:11: In der queeren Bubble löste das immer wieder Diskussionen aus.

00:10:15: Wörter wie Pinkwashing oder Rainbow Washing fielen immer wieder.

00:10:20: Es war eine Standard-PR-Strategie großer und kleiner Unternehmen.

00:10:24: Es ging darum, dass sich gefühlt jeder im Pride Month als Unterstützer positionierte.

00:10:29: Aber das auch nur in diesem einen Monat!

00:10:32: Das restliche Jahr waren den meisten die Quirenrechte egal.

00:10:36: Ich habe bewusst am Anfang in den letzten Jahren gesagt – dieses Jahr fiel auch mir auf, dass immer weniger Unternehmen sich mit Regenbogenfarben zeigen….

00:10:45: Aus einer Standard-PR-Strategie, die Firmen machten um offener zu sein oder zu wirken wurde die Angst vor Boykottn wenn sie sich offen mit der LGBTQI Plus Community aussprechen.

00:10:58: Das Thema wird immer politischer und aufgeladen das sich viele nicht mehr klar positionieren wollen.

00:11:04: Im Nachhinein betrachtet findet Michael ein mögliches Rainbowwashing besser als keine Sichtbarkeit Und Sichtbarkeit wird auch weiterhin wichtig sein Denn Rechte, die einen erkämpft wurden können einem wieder entzogen werden.

00:11:17: Michael befürchtet, dass wir in zehn Jahren die Pride noch immer brauchen werden – er hat jetzt schon das Gefühl, dass die Themen, die vor einem Jahr noch selbstverständlicher waren, immer weniger selbstverständlich werden!

00:11:30: Er möchte nicht schwarz malen aber glaubt schon, daß wir uns irgendwie in ein Rückschritt befinden….

00:11:35: Nicht nur bei diesem Thema, sondern im Allgemeinen beginnen oft Rends in den USA und kommen ein, zwei Jahre später zu uns.

00:11:44: Er betont aber auch im selben Satz das es queere Personen immer gab und immer geben wird – und sie nicht müde werden für sich selbst und dieselben Rechte einzustehen.

00:11:55: Michael möchte und denkt auch dass wir in der Gesellschaft an einem Punkt sind wo wir queere Menschen nicht gesonder sehen sollen und müssen!

00:12:04: Muss Fini-Net sein, weil wir wollen ja auch einfach ein Teil der Gesellschaft sein.

00:12:08: Wir wollen ja nicht ständig auf unsere Queerness reduziert werden oder halt irgendwie anders behandelt werden – einfach einen respektvollen Umgang glaube ich mit allen Menschen egal ob queer oder not!

00:12:26: Wie wir im letzten Kapitel Onstage und Backstage erfahren haben ist Michael Hauptberuflich Musicaldarsteller.

00:12:33: In den vergangenen Jahren wurden alle Produktionen abgesagt.

00:12:37: Damit fielen auch die Proben und seine Arbeit weg, Michael saß wie wir alle zu Hause und langweilte sich – vor allem das kreative und künstlerische gegen ihm ab!

00:12:49: In der Produktion A Crossed Line in Klagenfurt spielte Michael mit.

00:12:53: Backstage sprachen die Darstellerinnern immer über Rupholes Drag Race.

00:12:57: Das ist eine amerikanische Serie, in der Dragwins gegeneinander antreten und jeder Woche einer gehen muss.

00:13:04: Michael fragte sich anfangs immer von was reden die die ganze Zeit?

00:13:09: Damit er mitreden konnte schaut er sich die erste Folge an und dachte sich... Was ist das denn für ein

00:13:15: Schaas?!

00:13:16: Aber die zweite und dritte Folge wären dann doch schon spannend!

00:13:22: Seitdem kennt und liebt er diese Serie genauso wie er den Dragbereich immer mehr kennenlernte.

00:13:27: Er hatte aber durch seine Arbeit und die Produktionen, in denen er mitwirkte, keine Zeit das selbst mehr zu verfolgen.

00:13:35: Bis zum ersten Lockdown!

00:13:38: Er hatte zu diesem Zeitpunkt kaum etwas mit Make-up zu tun – er kannte Bühne Make up, aber keinen Full Face Look.

00:13:45: Nach seinen ersten Make Up Einkauf probierte er mit YouTube Tutorials sechs Stunden lang ein Look nachzuschminken.

00:13:52: Nachhinein fragte er sich selbst was er in dieser Zeit gemacht hat….

00:13:56: Es sah furchtbar aus und gleichzeitig so, als hätte er keinen Make-up im Gesicht.

00:14:02: Auf den ersten Lockdown folgte der zweite – mit diesem noch mehr freie Zeit für Michael!

00:14:07: Er blieb weiter dran und schminkte sich für ein Jahr lang circa einmal im Monat.

00:14:13: Im Juli trat er das erste Mal als Reetertail bei einer Open Stage für Dragartists die Drag Lab in Wien auf.

00:14:24: Ich habe ehrlicherweise vor Drag Race nicht so viele Berührungspunkte gehabt.

00:14:28: Ihr habt gewusst, okay im Theater gibt es immer wieder Männer die irgendwie in Frauenrollen schlüpfen.

00:14:34: Ihr wisst das gibt sogenannte Travestie-Shows, die eine relativ lange Tradition in Österreich haben aber ich hab noch nicht so viel Berührungspunkte gehabt.

00:14:44: und diese Sendung hat man dann auch, da kannst du halt ultimativ hinter die Kulisten blicken.

00:14:51: hat man dann also bis sie zeigt, wie komplex das ist und das kann ich jetzt als praktizierende Drag Queen noch fünf Jahre sagen.

00:14:59: Es hat ein lautes Erscheinungsbild, hat einfach so einen Impact auf die Leute mit denen du auch redest.

00:15:08: Die sind in den Bang gezogen und ich kann mich noch erinnern bevor ich mit Drag angefangen habe.

00:15:13: wenn, wie ich Dragartist sein live gesehen hab, haben wir immer gedacht Was ist das, dieses Geheimnis?

00:15:21: Wer steckt

00:15:22: dahinter?".

00:15:24: Und auch der Makeup-Prozess hat ihn fasziniert.

00:15:26: Wie man mit ein paar Produkten das Gesicht ganz anders aussehen lassen kann!

00:15:31: Wie man per Rücken stylen kann, Outfits und Performance zusammenstellen kann – und vor allem der individuelle kreative Prozess.

00:15:39: Du kannst drei Dragartists die gleichen Sachen zur Verfügung stellen und jede wird etwas ganz anderes daraus machen….

00:15:47: Wenn Michael als Drag unterwegs ist, benutzt er nur den Namen Reader Tail und weibliche Pronomen.

00:15:53: Michels Oma hieß Rita und für ihn war schnell klar dass er ihren Namen nur mit Y geschrieben tragen möchte.

00:16:01: Mir war von Anfang an bewusst das Reader ein Wortspiel sein kann nämlich read a und dann brauchen wir heute noch einen Nachnamen.

00:16:13: Read a poem.

00:16:17: und dann war ich mit meinem damaligen besten Freund spazieren.

00:16:19: Und der hat gesagt, naja du erzählst es zu Geschichten als Drag Queen.

00:16:25: So wie liest eine Geschichte?

00:16:29: Yeah das bin ich!

00:16:31: Michels Freunde und Familie haben fast von Anfang an die Journey to Rita miterlebt und unterstützt.

00:16:37: Es gab keine Reaktionen, die ihn ausgebremst haben.

00:16:40: Im Gegenteil, sein Zwillingsbruder hilft ihm bis heute bei der Tontechnik vor Gigs zum Beispiel.

00:16:46: Außerhalb ihres Umfeldes versucht wieder sich immer in einen sicheren Rahmen zu bewegen und nichts herauszufordern.

00:16:53: In Full-Track geschminkt im Outfit und hohen Schuhen fährt sie nicht mit ein Öffis – auch mit einer Bekleipperson ist es einfach zu unsicher!

00:17:02: Was sie seit einem Jahr schon macht ist, sich zu Hause zu schminken und dann halböffentlich mit einem Uber zum Veranstaltungsort zu fahren.

00:17:11: Ein paar Mal ist es passiert dass das Taxi oder Uber nachdem Sie Reader gesehen haben wieder losgefahren sind ohne sie einsteigen zu lassen.

00:17:20: Es gibt heute nach wie vor in Österreich – das ist vielleicht auch für die Hörerinnen gar nicht so unwesentlich im privaten, keinen Schutz für queere Personen.

00:17:31: dir darf eine Wohnung oder eine Taxifahrt verweigert werden aufgrund deiner Homosexualität.

00:17:38: Auf Grund deiner Queerness und das ist eh einer von den Punkten sowie Konversionstherapie sind auch wie vorhin Österreich erlaubt.

00:17:48: also du kannst der Kind halt einfach wirklich wohin schicken damit es nicht mehr schwul ist.

00:17:54: Good luck with that.

00:17:55: aber furchtbar, dass das in einem Land wie Österreich eben... Das sind so unsere zwei von den größeren Punkten die wir als queere Menschen in Österreich gerade fordern und warum wir Pride heutzutage noch brauchen.

00:18:09: Weil die Frage kriegen wir immer wieder.

00:18:11: Habt ihr nicht alles erreicht?

00:18:12: Ihr dürft's heiraten?

00:18:13: Ihr werfts Kinder adoptieren?

00:18:14: Was willst du denn auch?

00:18:15: Ja des!

00:18:18: Es ist früher Nachmittag und Rita wegt ab ob sie heute mental die Kapazität hat fertig geschminkt zu ihrem Auftritt zu fahren Ob sie heute die Blicke und auch das, was ihr ab und zu nachgerufen wird an sich abrallen lassen kann.

00:18:32: Wenn Sie am Weg ein Kommentar zu sehr trifft ist es schwer danach beim Job gute Laune zu verbreiten.

00:18:38: Meist flüchtet sie sich in Ihr Handy und beantwortet Nachrichten – aber natürlich bekommt sie die Bicke mit!

00:18:44: Wenn sie keinen Nerv dazu hat, nimmt sie einen Uber oder geht als Michael früher zum Gig und richtert sich erst dort her.

00:18:51: Richtig bedrohliche Situationen hat sie noch nicht erlebt… Auch weil sie nur in Fulltrack erscheint, wenn sie weiß, dass die Menschen dort wegen ihr dort sind.

00:19:01: Letztes Jahr gab es einen Vorfall bei dem Sie und Freunde mit rohen Eiern beworfen wurden.

00:19:06: Rita war bei einem Auftritt und ein paar KollegInnen von ihr wollten kurz eine rauchen.

00:19:11: Sie stellten sich zum Nebeneingang der an einer Straße lag – es fuhren immer wieder Autos vorbei!

00:19:17: Aber eins von ihnen schob das Fenster runter.

00:19:23: Dennoch findet Rita, dass wir in Österreich auf einem guten Weg sind.

00:19:26: Vor allem was Wien angeht ist Queernaß immer Sichtbarung!

00:19:29: Sie weiß jetzt nicht, was passieren würde wenn sie als Rita bei mir zu Hause durch den Ort gehen würde.

00:19:36: Blicke würde es sicher geben aber der Erfahrung nach ist es nochmal eine größere Überwindung Rita wirklich anzusprechen.

00:19:44: Twerk ist auch etwas das nicht einfach so auf der Straße passiert.

00:19:48: Es sind immer Veranstaltungen und Events, in denen man auf Rita und auf andere Dragqueens trifft.

00:19:55: In drei Stunden wird Michael zu Rita.

00:19:57: Rita ist für alles selbst zuständig – was ihr auch die Freiheit gibt, Performance-Outfits und Co.

00:20:03: selbst auszusuchen!

00:20:04: Am liebsten schminkt sie sich Zuhause in Ruhe während sie ein Podcast hört.

00:20:09: Nach zwei Stunden ist sie fertig und packt bzw.

00:20:12: nimmt ihren gepackten Koffer um sich auf den Weg zum Veranstaltungsoort zu machen.

00:20:16: Im Koffer sind ihr Outfit, Schuhe, Perücke und für den Notfall noch die wichtigsten Schminkotensilien.

00:20:23: Diese Routine gibt es drei bis fünfmal in der Woche.

00:20:26: Im Pride Month gab es natürlich mehr Gigs – aber der Durchschnitt sind drei Auftritte in der Woche!

00:20:32: Die Auftriter und Gigs, die Rita hat, könnten nicht unterschiedlicher sein.

00:20:36: Manchmal moderiert sie Events.

00:20:38: Zum Beispiel hat sie dieses Jahr die Wiener Neustadt Pride gehostet….

00:20:42: Ein anderes Mal ist sie nur für ein bis drei Songs gebucht, die sie performt und sich dazwischen auch umzieht.

00:20:48: Jeden Mittwoch moderiert sie ein Karaoke-Abend oder sie isst als DJ unterwegs und legt auf – als Model konnte sie auch bereits Erfahrungen sammeln!

00:20:57: Und ich glaube von dem was ich aus unserem Gespräch mitgenommen habe, ist es genau das was sie daran liebt….

00:21:03: Es gibt keine Grenzen, sie kann kreativ sein, die unterschiedlichsten Sachen machen und kann so ziemlich alle selbst

00:21:09: entscheiden.".

00:21:11: Als homosexueller Mann und Drag Queen gehört Michael zur LGBTQI-Plus-Community.

00:21:17: Für ihn ist diese Gemeinschaft der im Begriff von Freude, jeder und jeder, der ein Teil davon ist, ist in der Vergangenheit durch keine leichte Zeit gegangen.

00:21:26: Michael beschreibt es als fast magisch wenn sich so viele Menschen die ähnlich empfinden in einen Safe Space aufeinander treffen!

00:21:34: Und ich glaube in gewisser Art und Weise können wir alle das nachempfinden.

00:21:38: Hast du schon einmal jemanden fremden getroffen, der ähnliches durchgemacht hat?

00:21:43: Oft braucht es nicht lange und man fühlt sich gleich verstanden.

00:21:47: Man kann loslassen und muss sich nicht immer wieder erklären!

00:21:50: Ich denke dass Michael unter anderem das gemeint

00:21:53: hat.".

00:21:54: Er sieht in seiner Zukunft noch mehr musical Rollen als Rita.

00:21:58: Dieses Jahr durfte er bereits auf der Schaunerbühne Beatles on Board und in der Volksoper bei der Pride Version der Fledermaus mitspielen.

00:22:06: Im letzten Kapitel hat uns Michael etwas den Clans vom Darsteller sein genommen, indem er sagte, er hat eigentlich keine wirkliche Traumrolle die er noch darstellen möchte.

00:22:16: Anders im heutigen Kapitel!

00:22:19: Er hat noch ein paar Traumrollen, die er gerne als Reader Tale auf Musical-Bühnen darstellen

00:22:29: will.

00:22:34: dass England in Amerika ein Riesenerfolg ist und bei uns leider noch immer nicht angekommen ist.

00:22:42: Da gibt es eine Rolle der Götterpote Hermes, der wird auch in den unterschiedlichsten Produktionen von Männern und Frauen oder Transpersonen hat das jetzt gespielt.

00:22:52: also du spielst so gender quarker Rolle und in Jesus Christ Superstar würde ich gerne König in Herodes spülen Gibt es im zweiten Akt an quasi lustigen Songs und Anfangszeichen, wo Jesus zu Herodes kommt.

00:23:07: Und die Rolle ist sowieso immer sehr queer- und over the top inszeniert.

00:23:13: Warum nicht der Drag Queen?

00:23:15: Michels Zwischenton war Dankbarkeit für unser Gespräch.

00:23:19: Es hat ihm nochmal gezeigt warum er mit Drag angefangen hat was ihn daran so begeistert und wie dankbar er ist das beruflich machen zu dürfen.

00:23:28: Oft zieht man und auch er den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

00:23:32: Und dann sind es Gespräche wie diese, die einem zurückholen, zeigen wo er gestartet hat, wo er jetzt ist und was er eigentlich bewirken möchte – auch wenn das Ganze manchmal ermüden sein kann!

00:23:44: Wenn er mit seiner Arbeit nur eine Person da draußen hilft und diese dadurch dem Mut bekommt ein ehrlicheres offeneres Leben zu führen, ist das für ihn ein Sieg.

00:23:54: Ich habe etwas länger bei meinem Zwischenton überlegt.

00:23:57: Mir greist das so viel durch den Kopf, so viele Ansätze und Sachen die ich mir selbst vom Kennenlernen mit Michael und Rita mitgenommen habe.

00:24:05: Aber was ist das eine?

00:24:07: Das Wichtigste!

00:24:08: Das, was sich dir am Ende mitgeben will.

00:24:17: Was verändert sich in meinem Leben, wenn jemand als Drag Queen auftritt?

00:24:27: Warum sollte es mich stören, wenn ein Mann sich schminkt?

00:24:31: Ich denke das die Antwort auf diese Frage nichts ist.

00:24:35: Und wer hat eigentlich entschieden dass das normal oder so sein muss?

00:24:41: Woher kommt der Gedanke, daß eine Familie aus einer Frau, Mann und Kind bestehen muss?

00:24:46: Dass bestimmte Kleidung männlich oder weiblich isst Oder das Schminken nur etwas für Frauen Korrigiert mich, wenn ich falsch liege.

00:24:54: Aber in den siebziger und achtziger, neunziger Jahren haben wir Musiker- und Künstler bewundert die geschminkt auf Bühnen standen!

00:25:02: Wir lieben ihre Musik hatten Poster und gingen auf ihre Konzerter... aber wenn diese Person nicht als Star auf einer Bühne steht sondern mir auf der gegenüberliegenden Straßenseite entgegengeht ist das ein Problem?

00:25:16: Worauf ich hinaus will es muss nicht gehen gefallen.

00:25:19: Niemand muss Drake verstehen, selbst wir sein oder sich so kleiden.

00:25:23: Aber wir müssen auch nicht alles was wir nicht mögen oder verstehen ablehnen!

00:25:28: Vielleicht könnten wir aufhören Menschen für Dinge zu verurteilen die absolut nichts an unserem Leben ändern?

00:25:36: Was ist Dein

00:25:37: Zwischenton?!

00:25:38: Das ist mich hier in den Kommentaren oder auf meinen Social Media Kanälen wissen.

00:25:42: Dort findest Du wie immer ein Kapitelpost mit Bildern und Readers Lieblingslied.

00:25:47: Ich hoffe, dir hat das Kapitel gefallen.

00:25:50: Ich freue mich wenn du das Kapitel mit deinen Freunden teilst!

00:25:53: Dem Podcast abonnierst und die Glocke aktivierst um kein Kapitel mehr zu verpassen.

00:25:57: Ich wünsche dir eine schöne Woche.

00:25:59: Achte auf dich und deine Mitmenschen.

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